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Bienenlarven degustieren in der Biberburg

Im Vortrag „Insekten essen!?“ von Daniel Ambühl aus Unterterzen wurde in der Biberburg einmal mehr ein sehr spannendes und auch aktuelles Thema behandelt. Die Ausführungen des Insektenzüchters waren leicht verständlich und die Beispiele dazu sehr aufschlussreich. Das Sammeln und Essen von Insekten war – und ist heute noch – vor allem in Asien und Afrika weit verbreitet und bildet teilweise eine wichtige Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung. Erst durch den Übergang von Jägern und Sammlern zur domestizierten Landwirtschaft kam die Kontroverse auf: Sind Insekten ein Segen oder eine Plage?

Im Anschluss an das spannende Referat bereitete Herr Ambühl Schweizer Bienenlarven zu. Dieses hochwertige Produkt wird hier bisher kaum verwendet. Das ist eigentlich schade, denn es gibt davon in der Schweiz an die 100 Tonnen (!), die weggeworfen werden. Die Drohnen sind in der Imkerei eher ein Abfallprodukt, das eigentlich verwertbar wäre. Die Mutigen unter den Besuchern degustierten diese Larven bereits im Rohzustand; der Grossteil wartete auf die gebratenen... In Kokosfett angebraten mit wenig Honig und Soja gewürzt sahen sie so appetitlich aus, dass fast jeder zulangte und diese für uns ungewöhliche Speise kostete. Obwohl etliche Besucher vor dem Vortrag noch sicher waren, keine Insekten zu versuchen und nur die anderen degustieren zu lassen, gab es dann fast keinen, der nicht doch probierte. Und siehe da; es mundete! Es schmeckte vielen so gut, dass sie sich nicht mit dem ersten kleinen Versucherchen begnügten sondern ein paar Mal zulangten.

Was man mit diesem lokalen Produkt alles zubereiten kann, hat Ambühl in seinem Kochbuch zusammengetragen. «Die Nutzung der überzähligen Drohnen vermindert unseren Abfall und liefert erst noch wichtige Proteine und Mineralstoffe», erklärt er und setzt sich dafür ein, dass Bienenlarven in der Schweiz als Lebensmittel zugelassen werden.

Hirschthal, 22. März 2018/cw

Presseartikel im Landanzeiger vom 5. April 2018